Farmy MagazinWillkommen in der Welt von Farmy

Bestimmte Bäume, wetterliche Bedingungen und das richtige Gespür durch jahrelange Erfahrung helfen Zoran Martinovic und seinem Jack Russell Beli auf der Suche nach Trüffel. Eigentlich mehr Zoran, denn Beli kann sich allein auf seine Nase verlassen. Zusammen sind sie ein unschlagbares Team, dem man die Freude am Trüffeln sofort glaubt. Wir haben die beiden besucht und uns mit ihnen auf die Suche gemacht.

Als wir uns treffen beim Gasthaus zum Hirzen in der Nähe von Schinznach Bad, schaut die Sonne gerade zum ersten Mal aus den Wolken. Ein wenig weiter oben am Hügel machen wir uns auf den Weg. Beli – unser Trüffelhund heute - ist schon aufgeregt und rennt hin und her. Der Boden ist bedeckt mit buntem Laub, es ist herbstlich kühl.

Trüffeln liegt in der Familie

Aufgewachsen in einer Jägerfamilie in Serbien, hat Zoran das Handwerk von seinem Grossvater gelernt. Seit fast 40 Jahren beschäftigt er sich mit dem Wald und diese Erfahrung hilft ihm, Trüffel-Gebiete auf den ersten Blick zu entdecken. Sogar vom Auto aus kann er erkennen, ob es sich bei diesem Wald um ein potentielles Trüffel-Gebiet handelt. Hier in der Schweiz findet man Burgunder-Trüffel, ein sogenannter schwarzer Trüffel. Die kleine Knolle ist eine Art Pilz, die unterirdisch in Symbiose mit den Wurzeln eines Baumes wächst. Es dauert nicht lange, bis Zoran vom Waldweg abkommt und Beli ihm schnell hinterherrennt. Keine 5 Minuten später, fängt er an zu scharren und graben. Hier kommt Zoran ins Spiel, hält Beli sanft zurück und löst den erdigen Klumpen mit einer Art Haken. Sorgfalt ist wichtig, ein zerbrochener Trüffel verliert an Wert. Mit dem Auftrag "Such Trüffel und bring sie zu mir" auf Serbisch, rennt Beli los und apportiert das schwarze Gold sogar zu seinem Herrchen. Ebenfalls unversehrt. Im Gegensatz zum Trüffelschwein, isst Beli den Trüffel nicht selber, sondern lässt sich lieber mit einem Hunde-Leckerli für seine Funde belohnen.

Schweizer Herbsttrüffel

Die Trüffel-Saison ist stark wetterabhängig. Dieses Jahr ist ein gutes Trüffel-Jahr, die Saison startete so ungefähr im August. Sobald der Trüffel "reif" ist, beginnt er immer stärker zu riechen. Die Trüffelhunde können unterscheiden, ob ein schwarzer Knolle bereit "zur Ernte" ist je nach Intensität des Geruches. Wichtig ist, dass die Erde nach dem Ausgraben wieder zugedeckt wird. So können dort auch im nächsten Jahr wieder welche wachsen. Ein nachhaltiges Trüffeln liegt Zoran am Herzen und so trüffelt er in Einklang mit der Natur. Eine gute Stunde später sind wir um einige Trüffel reicher. Beli ist ein eifriger Schnüffler und mit viel Freude an der Arbeit.


Frisch aus dem Wald

Wenn Zoran und Beli losziehen, ist dies stets eine neue Reise. Wie viele Trüffel sie finden werden, lässt sich nicht vorhersehen. Der Vorteil von regionalen Trüffeln? Der Weg! Wenn frische Trüffel aus dem nahen Ausland importiert werden, sind sie mindestens bereits eine Woche unterwegs. Die Schweizer Herbsttrüffel kommen frisch aus dem Wald zu Ihnen. Bedeckt von brauner Wald-Erde ist der Trüffel "waldfrisch" und muss zuerst noch gereinigt werden. Auf die Frage ob Zoran jeden Tag Trüffel isst, lacht er. Natürlich nicht, sonst verliert der kostspielige Pilz schnell seinen Reiz. Aber ab und zu raffelt auch er etwas frischen Trüffel über seine abendliche Pasta.


Frische Trüffel und mehr





Über den Autor

"Ich kümmere mich hier bei Farmy um die PR und Content. Und alle Rüebli, die übrig bleiben. Die schmecken auch sehr fein auf Pizza, meinem All-Time-Favourite-Lieblingsessen. Weitere kulinarische Vorlieben: Chili-Sauce, rohe Randen, Olivenbrot von John Baker, Sorbetto Glacé, Mono Delivery und Hibiskusblüten-Sirup mit Blöterli-Wasser. Am liebsten koche ich Pasta - ohne Ei - in allen Farben und Formen. Bei allen Koch-Experimenten versuche ich regional und saisonal einzukaufen!"


Kommentar